II. Spezialitäten
Insektengiftallergie:
1.Anamnese
2.Spezifisches IgE im Serum
3.Hauttests
Prick-Testung (1 mg/ML, 10 mg/ml, 100 mg/ml) wird zur Erfassung stark sensibilisierter Personen durchgeführt und wird vor dem i.c. Test durchgeführt.
Intracutan-Tests: Anfangsverdünnung je nach Ausfall des Prick-Tests und der Höhe der sepzifischen IgE im Serum mit 0,0001 ug/ml oder 0,001 ug/ml Insektengift und anschl. Steigerung um jeweils einer 10-er Potenz bis 1,0 mg/ml
Bewertung:
Ein positiver Hauttest liegt vor, wenn zwei aufeinanderfolgende Verdünnungsstufen eine zunehmende Quaddelreaktion zeigen.
Die Indikation zur Hyposensibilisierung soll nur bei Patienten mit nachgewiesener IgE-vermittelter Sensibilisierung nach anaphylaktischen Reaktionen, die über das Hautorgan hinaus gehen (mindestens Grad II nach Ring und Messmer),gestellt werden; nur in Ausnahmsfällen stellt eine cutane Reaktion die Indikation zur Immuntherapie dar.
Arzneimittelallergie:
Die Auswahl der verwendeten Methode ergibt sich aus der Art des Arzneimittelexanthems.
1. Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen:
a) in Vitro-Untersuchungen:
Zur in Vitro-Diagnostik können vorerst lediglich Rast-Scheiben mit Penicillin empfohlen werden. Alle anderen angebotenen Allergene sind auf ihre Verläßlichkeit nicht hinreichend untersucht und daher vorläufig für den Routinegebrauch nicht geeignet.
b) Hauttests:
Prick-Tests können mit verdächtigten Medikamenten in wässeriger Lösung durchgeführt werden. Bei klinisch starken Reaktionen sollte mit einer Verdünnung von 0,1 mg/ml begonnen werden und im Falle negativer Reaktionen weitere Tests in jeweils 10-fach stärkerer Konzentration durchgeführt werden.
Intracutantest: kommerziell erhältliche Testlösungen sind nur für Penicillin verfügbar. Für die Testung aller anderen Medikamente müssen sterile Lösungen verwendet werden, Anfangskonzentration 0,001 ug/ml. Cave: Nekrosenbildung bei zu hoher Konzentration mancher Medikamente.
Ablesung nach 20 Min. und 4-6 Stunden
c) Orale Provokationstests:
Diese sollten nur unter stationären Bedingungen oder in entsprechend ausgestatteten Allergieambulatorien und bei wichtigen Medikamenten durchgeführt werden. Die dazu verwendeten Dosen sind der einschlägigen Literatur zu entnehmen.
Dauernde Überwachung des Patienten und Bereitschaft zur Schocktherapie sind unverzichtbare Vorraussetzung für die Durchführung OPTs.
2. Fixes Arzneimittelexanthem
Epicutantestung in loco: Tabletten- oder Kapselinhalt in etwa 2 ml Wasser auflösen und mit geeigneter Testkammer im Bereich eines abgeheilten Exanthemherdes aufkleben und das Testpflaster für 24 Stunden belassen. Ablesung nach 24, 48 und 72 Stunden.
3. Maculopapulöse Arzneimittelexantheme
Epicutantestung in loco wie oben.
Lokalanästhetika-Intoleranz:
Die Mehrzahl der Intoleranzreaktionen gegen LA sind nicht immunologischer Natur, allergische Reaktionen sind aber dokumentiert. Eine Testung ist daher indiziert.
Pricktest mit unverdünntem LA: wenn negativ
Intracutantest 1:100,1:10 :wenn negativ
subcutane Provokation: 1:10, unverdünnt 0,1 -1,0 ml.
Ablesung nach jeweils 20 Min.
Schnelleres Vorgehen ist in ausgewählten Fällen möglich
Röntgenkontrastmittel-Intoleranz:
Intoleranzreaktionen gegen Röntgenkontrastmittel beruhen auf einer unspezifischen Mediatorfreisetzung; eine Allergietestung ist daher nicht notwendig.
Bei Patienten mit vorangegangenen Überempfindlichkeits-reaktionen sollten nicht-ionische Kontrastmittel zur Anwendung gelangen und langsam appliziert werden.
Nahrungsmittelallergie:
Urticaria:
Pricktest mit kommerziellen Lösungen und/oder frischen Nahrungsmitteln
Atopische Dermatitis:
Allergenkarenz für 2-4 Wochen sinnvoll
anschließend Pricktest mit kommerziellen Lösungen und/oder frischen Nahrungsmitteln.
Wenn negativ: Allergie unwahrscheinlich
In-vitro Diagnostik unverlässlich
Positive Reaktionen sind bei jeder Form der Nahrungsmittelallegie sehr genau auf ihre klinische Relevanz zu prüfen und gegebenenfalls mittels oraler Provokation abzusichern.
Provokationstests sind empirisch und nur von erfahrenen Ärzten unter Überwachung des Patienten und Bereitschaft zur Schocktherapie durchzuführen; in jedem Fall muß die Provokation mit kleinen Mengen des verdächtigten Nahrungsmittels begonnen werden und gegebenenfalls doppelt-blind durchgeführt werden. Um eine objektive Interpretation der ausgelösten Symptome zu ermöglichen, sollen OPT bei atopischer Dermatitis stationär erfolgen.